Reviews

Hier findet Ihr die Reviews zum aktuellen Album „Giulio Galaxis“:

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Plastic Bomb:

Bei flottem, emotionalem Punk kommen einem schnell die üblichen Verdächtigen als Vergleich in den Sinn. Es ist nun mal so, dass DÜSENJÄGER, PASCOW und frühe TURBOSTAAT einem Genre den Stempel aufgedrückt und viele Bands beeinflusst haben. GIULIO GALAXIS gehören dazu, diese Vermutung liegt nahe. Die Texte gefallen mir ausgesprochen gut. Sie sprechen eine deutlich verständliche Sprache und und sind nicht kryptisch oder nach allen Seiten interpretierbar. Die Texte sind von einer tiefen Unzufriedenheit mit den Geschehnissen auf diesem Planeten durchzogen. „Fuss in der Scheisse. Verliere den Bezug zu dem, was ihr Heimat nennt. Endlich im Weltall. Ich verliere alles. Hab nur getankt für einen Weg, der mich ganz sicher nicht zurück führt.“ Ab ins Weltall. Oder tief unter die Erde wie ein Maulwurf. Blind, schmutzig, nicht zu den Starken gehörend. Viel zu hell und laut ist es oben. Die Unzufriedenheit ist überall spürbar. Auch in „Keine Palmen in der Heimat“ und „A holiday in Lampedusa“. Gut formulierte Texte treffen auf mitreissenden, emotionalen Punk. GIULIO GALAXIS – Herz trifft auf Tiefgang.Das Coverartwork ist mit persönlich zu trashig. Micha.


Punkrock! 03/15:

GIULIO GALAXIS – s/t

(CD, Kidnap Music)

Bisher kannte ich nur das ausführliche Videosnippet zum Album. Da deutete sich bereits Großes an, ohne dass ich das weiter verfolgt hätte. Am 24. April erscheint nun die selbst betitelte Debüt-LP/CD. Das unnötige Intro und das bescheuerte Artwork leiten, genau wie der obskure Bandname Giulio Galaxis, in die Irre. Hier ist nichts unnötig, oder bescheuert, geschweige denn obskur. Acht Songs in 24:39 Minuten und was für ein grandioser Einstand! Eine Allerwelts-Indie-Schrammel-Gitarre eröffnet das Album, Drums und Bass steigen ein und bringen das Ganze zum punkrocken. Dann der Gesang, der in wertester Emo-Manier eine verzweifelte Heimatanklage herausschreit. „Geh Verrückt“ haut mich vollkommen aus den Socken. Was für eine Power, was für geile Gitarren, was für’n geiles Tempo und was für’n geiler Mittelteil: „Du bist nicht tot, also bitte mach mal los!“ Alle Texte sind durchweg deutlich in der Aussage, die zwischen resignierender Alltagserkenntnis und tagespoliti

schen Inhalten switcht. Dabei entwickeln Shorty (Schlagzeug), Schmitti (Bass), Lancelot (Gitarre), Measy (Gesang) und der neue Gitarrist Moshe einen Sound zwischen Punkrock und Emo: Laut, schnell und melodisch. Hut ab!

Marko Fellmann


Der Gestreckte Mittelfinger #8:

GIULIO GALAXIS – s/t

(CD, Kidnap Music)

Die von mir sehr geschätzte Band Prinzessin Halts Maul hat vor einiger Zeit leider das Zeitliche gesegnet. Glücklicherweise haben Measy und Schmidti mit Giulio Galaxis eine neue musikalische Heimat gefunden. Und was Prinzessin Halts Maul nie gelang – eine LP zu veröffentlichen –

machen Giulio Galaxis fast direkt vor dem ersten Auftritt. Acht Songs enthält das Debüt des Quintetts aus dem Saarland und Trier. Und was direkt ins Auge fällt, ist der Schriftzug, der derbe an Master of the Universe angelehnt ist. He-Man, Battlecat, Skeletor oder Man at Arms waren stete Begleiter meiner Kindheit. Deshalb erfreut mich solch eine Spielerei natürlich ungemein.

Aber wer zur Hölle ist Giulio Galaxis? Giulio Galaxis scheint so etwas wie der Flash Gordon des Punkrocks zu sein. Zwar kein weltbekannter Polospieler, aber ein Typ, dem die Scheiße auf der Erde nicht mehr gefällt und nun sein Glück im Weltall sucht. Naja, ich finde solch einen Überbau ja immer ein bisschen albern, aber da sich das Thema Flucht so ein wenig durch das Album zieht, passt es dann doch. Thema Flucht: Das findet sich nicht nur im Eröffnungssong wieder, sondern am deutlichsten natürlich im ganz starken „Holiday in Lampedusa“ wieder, aber auch in der Videoauskopplung „Maulwurf“, die manche von euch vielleicht schon kennen. Neben weiteren eher persönlichen Texten gibt es am Ende mit „Offline“ auch noch eine Breitseite gegen Pegida-Rassisten. Sehr schön. Musikalisch sind Giulio Galaxis von Prinzessin Halts Maul gar nicht so weit entfernt. Neunziger Jahre Hardcore, dem man eine Vorliebe für Bubonix nicht absprechen kann, trifft auf Emo-Punkrock der Marke Duesenjaeger, Turbostaat oder Muff Potter. Das klingt alles sehr gefällig und gut und macht Laune auf mehr. Gutes Debüt einer Band, von der wir sicher noch mehr hören werden. Ich bin gespannt, wohin die Reise geht.

Falk Fatal


Iamhavoc.de:

Giulio Galaxis – Giulio Galaxis (LP – 2015 – Kidnap Music)

Captain Kirk ist tot doch es gibt einen neuen Helden – Giulio Galaxis. Furchtbarer Bandname, gliedert sich aber super in die Reihe der Namen der alten Bands von Sänger Measy ein (Prinzessin halts Maul, die rote Suzuki).

Als ich den Teaser gehört habe dachte ich erst ohje. Man hörte viel Gitarrengedudel raus. Aber es ist auch schwer sich eine Meinung zu bilden wenn man 9 Songs auf eine Minute Gesamtspielzeit kürzt. Denn eigentlich sind Giulio Galaxis sehr cool. Jeder beherscht sein Instrument super und alles harmoniert miteinander. Klingt doch nach einer sehr gesunden Mischung aus Love A und Prinzessin halts Maul. Fast eine halbe Stunde dauert der Spass und das Debut kann sich sehen lassen. Anspieltipp sind neben der ersten Veröffentlichung “Maulwurf” sicherlich noch das im mittleren Tempo gespielte “Offline”.


Allschools.de:

Giulio Galaxis – Giulio Galaxis (LP – 2015 – Kidnap Music)

Hat da jemand zu viel mit Microsoft Office Word 2003 rumgespielt oder wie kommt es zu diesem 1:1 nach WordArt aussehenden Cover Artwork? Doch je simpler das Cover, um so einfallsreicher ist die Band. Zumindest in diesem Fall.

GIULIO GALAXIS dürfte nur den wenigsten ein Begriff sein. Sänger Measy dagegen ist ein alter Bekannter, in der Punk Rock Szene, denn auch PRINZESSIN HALTS MAUL und DER ROTEN SUZUKI hat der Gute schon seine Stimme geliehen. Nun also Giulio Galaxis.

Das selbstbetitelte Debüt umfasst 8 Songs und ist mit fast 25 Minuten genau im Punkrock-Songlängen-Durchschnitt. Man hat etwas zu sagen und das bringt man innerhalb der kurzen Zeit perfekt unter. Schnell, laut und auf den Punkt. Die Texte sprechen eine deutliche und ehrliche Sprache. Kein schauriges Zusammenwürfeln von zusammengereimten Phrasen oder Verbildlichungen, die der Sänger selbst nicht interpretieren kann. Und trotzdem betreiben Shorty (Schlagzeug), Schmitti (Bass), Lancelot (Gitarre), Moshe (Gitarre) und Measy (Gesang) kein stumpfes Parolengedresche. Eine schöne Mischung aus auf und um den Punkt herum, den GIULIO GALAXIS da getroffen haben.

Musikalisch befindet man sich auf der gleichen Umlaufbahn wie PASCOW, die man in Koblenz auch als Vorband unterstützen darf, SCHRAPPMESSER oder DÜSENJÄGER. Genau mein Geschmack also.

Daher ruhig Word auf die neuste Version updaten, aber ansonsten genau so weiter machen!


Uglypunk.de:

Giulio Galaxis – Giulio Galaxis (LP – 2015 – Kidnap Music)

Aus dem Hause Kidnap flattert mir hier ein galaktischer Milchstraßenfeger mit bärtigem Gesicht ins Hause! So titelt das Presseblatt und das trifft es schon ziemlich gut. Es handelt sich hier (wieder einmal) um eine neue Band von Kidnap/Tante Guerilla Mitbetreiber Measy, der bisher durch leider sehr kurzlebige aber grandiose Kapellen wie DIE ROTE SUZUKI oder PRINZESSIN HALTS MAUL bekannt ist. Bands, in denen Measy singt, stehen stets für Qualität! Wieder einmal ist es ihm und seinen Mitstreitern gelungen, eine neue, eigenständige Soundmarke zu erfinden!

Die wie in jeder ex-Band auch hier wieder sehr durchdacht und aussagekräftigen und weit von allen Klischees entfernten Texte, die aber auch Spielraum für Interpretationen lassen, werden von einer exzellenten Band transportiert. Die Mucke kommt erfrischend abwechslungsreich rüber, wirkt aber anders als bei PHM weniger hektisch und vertrackt, sondern kommt hart aber melodisch rüber, so das Measys schreiender Gesang zu keiner Zeit an den Nerven zehrt. Gleich der erste Song „Giulio Galaxis“, geht mit einer extrem coolen, melodischen Gitarrenmelodie ins Ohr und lädt zum fröhlichen Mitsummen ein. So hab ich es am liebsten, wenn die Gitarristen melodische Riffs mit coolen Melodiebögen so garnieren, das einem die weit verbreiteten Akkordfolgen aller melodischer Musikrichtungen nicht gleich ins Ohr springen und Langeweile aufkommen lassen. Einziger Kritikpunkt ist hier die spärliche Anzahl der Songs, nämlich acht. Vielleicht hätte man sollen noch ein paar Wochen im Proberaum bleiben, um noch den ein oder anderen Song zu schreiben. So geht das Vergnügen etwas schnell vorüber, verlockt aber auch dazu, die Platte gleich noch mal aufzulegen.

Man merkt den Musikern ihre Herkunft und Erfahrung in verschiedenen Musikrichtungen des großen Punk/Hardcore-Sektors an und heraus kommt „moderner Deutschpunk mit alten Einflüssen“, wie ihn das Promoblatt sehr schön beschreibt. Ich hoffe GIULIO GALAXIS bleibt länger bestehen als die Vorgänger Bands, denn sie reihen sich mühelos ein in die Riege neuer, moderner Deutschpunkbands, die dafür sorgen, dass dieser Begriff kein Schimpfwort mehr ist. Ich bin eh der Meinung, dass die Verunglimpfung von deutschsprachiger Punkmusik durch alternde Fanziner geprägt wurde, die einfach im Laufe der Jahre ihren Musikgeschmack geändert haben. Aber das ist eine andere Geschichte. Beware! GIULIO GALAXIS has landed, um in DEINEM Garten am Ohrfeigenbaum zu rütteln!

Chris de Barg


freshmilk.tv:

Giulio Galaxis – Giulio Galaxis (LP – 2015 – Kidnap Music)

Bei der Macht von Grayskull, es ist soweit: Freshmilk bestimmt die Richtung und sagt euch was in letzter Zeit auf dem Musikmarkt passiert ist und was wirklich hörenswert ist.

Diesmal zu empfehlen, Giulio Galaxis – Galaktischer Milchstraßenfeger mit bärtigem Gesicht und jungen Beinen!

So lange gibt’s die Band noch nicht, aber sie versprechen einiges an Potential. Punkrock made in Germany, straight to the point und alles andere als stumpfes Geknüppel. Der Long Player wurde am 24.4.15 auf Kidnap Music veröffentlicht und hat auch ein ganz wunderbares Artwork. Simpel, ironisch aber natürlich mit Bezug – Masters of the Universe.

Die 8 Songs auf dem Album setzen sich sehr mit dem Thema „Flucht“ auseinander, welche in verschiedene Richtungen interpretiert werden können. Passend dazu wurde der Song „Offline“ veröffentlicht, welcher sich mit der aktuellen Flüchtlingspolitik beschäftigt. Dieser wurde zum Download angeboten um die kompletten Einnahmen an ProAsyl zu spenden. Das nenn ich Courage!


Underdog Fanzine:

Giulio Galaxis – Giulio Galaxis (LP – 2015 – Kidnap Music)

Das Hier und Jetzt verlassen, bevor mensch wird, was mensch zerstört. GIULIO GALAXIS bricht auf und besucht Sphären, die fremd, aber auch vertrauensvoll sind. Auf der Suche nach Fähigkeitserweiterungen, Bewusstmachung, dass mensch nicht funktionieren muss, um frei, unabhängig und wertvoll zu sein. GIULIO GALAXIS verhindert, dass alles wieder von vorne losgeht.

Früher hieß es Holiday in Cambodia, heute ist es Lampedusa und die Erkenntnis, dass Menschen zu Problemen werden. Da reicht kein Kerze in der Hand, keine Betroffenheit.  GIULIO GALAXIS spuckt Feuer, treibt Melodie und Inhalt mit Herz und Verstand voran, bis, ja, bis die Evolution wieder auf den betreffenden Zustand trifft. DeutschPunk ist längst erwachsen geworden, hat die Naivität und den Stumpfsinn verloren. GIULIO GALAXIS ist im Leben angekommen und macht Ärger Luft, kanalisiert Stress und Mitgefühl in geordnete Bahnen. „Wir sind die Angst, die euch nicht schlafen lässt.“ Punk ist empathisch geworden und sanktioniert nach Belieben. Da reicht ein Aufschrei, ein besonnenes Taktgefühl, Weitsichtigkeit, um in einer Welt von verdichteten Imaginationen die substantiellen Teilchen zu einer homogenen Masse zu formen und eine Notwendigkeit entstehen zu lassen, die irdische Scheiße zu durchdringen. Das ist nicht selbstverständlich!


OX Fanzine #120:

Giulio Galaxis – Giulio Galaxis (LP – 2015 – Kidnap Music)

GIULIO GALAXIS aus dem Saarland haben sich erst im letzten Jahr gegründet, unter anderem aus der Asche von PRINZESSIN HALTS MAUL, wo Measy (Gesang) und Schmitti (Bass) aktiv waren. Und mal abgesehen vom Intro ist das selbstbetitelte Debüt von GIULIO GALAXIS – neben vielleicht ADAM ANGST und LOVE A – bislang
die beste deutschsprachige Punkrock-Platte 2015. Auch wenn die Band hier gerade mal acht Songs abliefert, finden sich unter diesen fast nur Hits. Songs wie „Maulwurf“ bleiben
dank großem Singalong-Part bereits nach einmaligem Hören hängen, das schnelle nach vorne treibende „Geh verrückt“ lässt Vergleiche zu FRAU POTZ zu und bei „Keine Palmen in der Heimat“ grüßt in besonderer Weise die Nachbarschaft. Denn irgendwie erinnert mich der Song an alte PASCOW und vielleicht beziehungsweise sehr wahrscheinlich werde
ich für das Namedropping hier noch nachträglich vermöbelt!
Deshalb höre ich nun damit auch auf, denn vor allem dank Measys markanter Stimme klingen GIULIO GALAXIS vor allem eben nach GIULIO GALAXIS und die gehören entweder ins Weltall oder in die Top of the Ox! (9/10)

Tim Masson


Crazyunited.de:

Giulio Galaxis – Giulio Galaxis (LP – 2015 – Kidnap Music)

Die Giulio Galaxis Scheibe hat ein trashiges Cover, nicht weniger ist das Intro und wenn man diesem Glauben darf, ist Giulio Galaxis eine Weiterentwicklung. Wovon? Keine Ahnung. Vielleicht eine Flucht vor den bestehenden Verhältnissen hier auf diesem Planeten?Giulio Galaxis kommen aus Saarbrücken, den Tonträger auf Kidnap Records zu veröffentlichen liegt da aus geografischen Gründen nahe. Sänger Measy ist kein Unbekannter in der Punkrockszene, Prinzessin Halts Maul und die rote Suzuki gehörten zu seinen Vorgängerbands. Damit ist der musikalishe Rahmen abgesteckt, es gibt deutschsprachigen Punkrock/hardcore zu hören. Dazu gibt es den leicht schrägen Gesang von Measy und eine leichte Prise Emotionalität. Textlich geht es sehr sozialkritisch zu, man ist so angepisst, das man sein Dasein unter der Erde fristen möchte (Maulwurf), also nicht ganz so weit weg wie das All (Giulio Galaxis). Die unsägliche Gida Bewegung bekommt auch Ihr Fett weg (Offline) und diese fast unerträglichen Zustände werden in kompakte, treibende und nachdenkliche Songs verpackt. Es gibt nur 9 Songs zu hören, könnten es nicht ein paar mehr sein?? Ist das schon eine LP oder nicht eher eine MiniLP? Naja, dem Hörgenuss schadet es jedenfalls nicht. 2- sickguy77

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